Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, glutenfrei zu leben. Das hat einen guten Grund: Gluten gilt als Ursache für eine Vielzahl von Krankheiten – von chronischer Darmentzündung, Allergien bis zu Kopfweh und Übergewicht.

Wenn Sie sich dafür entschieden haben, Gluten aus ihrem Speiseplan zu verbannen, müssen Sie ihre Koch- und Einkaufsgewohnheiten von Grund auf ändern.

Das ist zu vermeiden:

– Glutenhaltiges Mehl, wie Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Grünkern und Hafer
– Glutenhaltige Produkte wie Fertigsuppen, Zahnpasta und Vitaminpillen

Gluten ist eine Kombination von verschiedenen Proteinen, die in den meisten Mehlsorten vorhanden sind. Kommen diese Proteine mit Feuchtigkeit in Berührung, bilden sie Gluten, eine klebrige Substanz, die beim Backen und Kochen wichtig ist. Gluten wirkt wie ein Kleister, der den Teig zusammenhält. Deshalb benutzt die Nahrungsmittelindustrie Gluten in ganz vielen Produkten.

Im Jahr 2005 hat die Europäische Gemeinschaft die Kennzeichnungspflicht für Gluten eingeführt. Studieren Sie deshalb jedes Etikett, bevor Sie sich zum Kauf entscheiden.

Glutenhaltiges Getreide beim Kochen zu ersetzen, ist einfach, aber der Umgang erfordert Erfahrung und Wissen. Es gibt heutzutage viele verschiedene Mehlsorten von glutenfreiem Getreide, in erster Linie wohl Reis- und Maismehl, aber auch Hirse- und Kartoffelmehl, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Geriebene Mandeln und gemahlene Hülsefrüchte eignen sich auch als Ersatz für Weizenmehl. Am besten ist es, verschiedene Mehle zu mischen um ungewohnten Geschmack zu vermeiden.

Sie müssen beim Kochen oder Backen mit glutenfreiem Mehl zwei Dinge beachten:

– Sie brauchen ein Bindemittel
– Sie brauchen viel Flüssigkeit

Glutenfreies Mehl hat wenig Bindekraft – ganz klar, das Gluten fehlt, der Klebstoff. Wenn Sie glutenfreies Mehl verwenden, müssen Sie sich fragen, welche Funktion das Mehl in dem Rezept übernimmt. In einer Pannade, zum Beispiel, kann Weizenmehl ganz einfach mit einem glutenfreien Mehl Ihrer Wahl ersetzt werden. Wird Mehl als Bindemittel verwendet, zum Beispiel bei Klopsen oder Bratlingen, brauchen Sie ein zusätzliches Bindemittel. Guakern-, Johannisbrot- und Pfeilwurzelstärke sind gängige Bindemittel, die sie in fast jedem Reformhaus oder Supermarkt finden. Sie können auch einfach ein oder zwei Eier mehr nehmen.

Knifflig wird die Sache, wenn das Mehl der Hauptbestandteil ist. Wenn Sie zum Beispiel einen Kuchen backen wollen, müssen sie sicherstellen, dass er sich nicht in Krümeln auflöst. Am einfachsten ist das mit zusätzlichen Eiern zu machen. Außerdem spielt der Geschmack des Ersatz-Mehls eine wesentliche Rolle. Experten empfehlen eine Mischung von 50 Prozent Reismehl, 25 Prozent Maisstärke und 25 Prozent geriebenen Mandeln.

Das große Problem beim glutenfreien Backen und Kochen ist die Konsistenz. Oft verursachen glutenfreie Zutaten ein trockenes Gefühl im Mund. Sie müssen viel mehr Flüssigkeit zugeben, entweder Milch, Fruchtsaft oder Wasser. Es ist unmöglich, genaue Mengenangaben zu liefern. Am besten ist es, Sie experimentieren.

Glutenfreien Teig rollen Sie am einfachsten zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie aus. Sollte Ihr Teig trotzdem krümeln, brauchen Sie mehr Flüssigkeit

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