Exotisch Kochen für Beginner
Gesunder Tipp – Perlhuhn auf Risotto

Langweilig oder raffiniert, belastend oder bekömmlich – mit Gewürzen zaubern!

Aus dem biederen Hackfleischtopf wird nach beherztem Griff ins Gewürzregal ein feuriges Chili con Carne. Ein deftiges Kohlgericht mit Kümmel und ähnlichen Zugaben belastet den Magen viel weniger.
Unsere Mütter und Großmütter konnten von der heutigen Auswahl höchstens träumen. Durch Urlaubsreisen in „exotische“ Länder wie Italien und Spanien erweiterte sich der kulinarische Horizont. Frische Kräuter und fremde Gewürze hielten Einzug in unsere Küchen. Oregano und Basilikum – und die hausgemachte Pizza schmeckt nach Urlaub und die Tomatensoße wie im Ristorante.

Alles ist erlaubt, solange es schmeckt
Eine breite Gewürzpalette gibt Fleisch, Fisch, Gemüse und Desserts den „letzten Schliff“ oder einen komplett anderen Charakter. Wer sich beispielsweise mit der asiatischen Küche beschäftigt, lernt, dass es „Curry“ als Gewürz nicht gibt. Raffinierte Currymixturen in unterschiedlichen Schärfegraden schaffen aus einfachen Reisgerichten regelrechte Delikatessen. „Cross-over Küche“ ist ein Stichwort: Aus deutscher Hausmannskost entstehen mit den richtigen Aromen und vor allem Gewürzen überraschende Kreationen. Mutige Köchinnen und Köche kombinieren bekannte Elemente verschiedener Kulturen neu.

Ein paar einfache Grundregeln – und nach Herzenslust Kochen und Ausprobieren
Frisch gemahlener Pfeffer aus der Mühle schmeckt besser als Pulver aus der Dose oder dem Beutel. Sein Aroma und seine Würzkraft sind nicht vergleichbar.

Ebenso verhält es sich mit Muskat. Ganze Nüsse, mit einer kleinen Reibe über die Gerichte gegeben, sind die bessere Wahl.
Vorsicht ist bei Chilischoten anzuraten. Die größte Schärfe sitzt in den Kernen und den weißen Trennhäuten. Erst langsam „herantasten“ sowie nach Putzen und Zerkleinern der frischen Schoten Hände waschen!
Ingwer macht nicht nur asiatische Gerichte interessanter und gesünder, ist aber dominant im Geschmack.
Vorräte regelmäßig auf ihre Frische prüfen! Gerade in der warmen Küche verlieren Gewürze schnell ihr Aroma.
Keine Scheu vor Experimenten! Eine Prise Zimt im Schmortopf, ein Hauch Pfeffer übers Dessert – warum nicht?!

Gewürze und Grillen
Wichtig wie das Grillgut in bester Qualität und die Technik sind die passenden Gewürze. Fleisch wird in der richtigen Marinade zarter und saftiger, Gemüse oder Fisch aromatischer.

Klar gehören Salz und Pfeffer dazu. Aber mit Curry, Paprika, Chili, Ingwer und Co zaubern Grillmeister für ihre Gäste. Sie wissen: Zu gut gewürzten Steaks schmeckt das Bier umso besser …

Gewürze und Gesundheit
Schon Hildegard von Bingen schrieb darüber: Viele Gewürze fördern nachweislich das Wohlbefinden. Anis und Kümmel wirken krampflösend und verdauungsanregend. Vanille und Zimt hellen die Stimmung auf. Ingwer wärmt wohltuend und kann helfen, eine beginnende Erkältung abzuwehren. Chili und Cayennepfeffer „heizen“ durch ihre Schärfe ein und das darin enthaltene Capsaicin regt an.

Ob eine kulinarische Reise und Urlaubsgefühle beim Kochen oder der Duft der Weihnachtsbäckerei – Gewürze sind nicht nur unverzichtbare Zutaten. Ihr Duft und Geschmack veredelt Speisen und weckt Erinnerungen.

Susanne Böhm
Susanne Böhm
Von der Suppe bis zum Dessert: Wir starten immer mit einem Grundrezept. Darauf baut alles Weitere in Stufen auf. Jeder wichtige Handgriff wird genau erklärt, jede Variation exakt beschrieben.